Seminar in Hechingen

08. - 10.05.2026

Seminar in Hechingen 05/2026

Anreise

Zum Jubiläumslehrgang - 40 Jahre Verein für Ki, Aikido und Gesundheit - in Hechingen reisten im Laufe des Freitags Maurizio aus Novara, Bernhard und Geraldina aus Balerna und Dzenan aus Lugano an.
Sie nutzten die Reise auch, um ein paar Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. In Rottweil machten sie einen Stopp zum Mittagessen in einem italienischen (sardischen) Restaurant und am frühen Nachmittag schauten sie sich die Innenstadt von Tübingen an.
Für die Unterkunft hatten sie ein topmodernes Appartement in Mössingen gefunden.
So kamen sie gut gestimmt zum ersten Training am Freitagabend in der Sporthalle der Schlossbergschule in Hechingen.

Freitagabend

Als die Gäste aus dem Süden an der Sporthalle ankamen, hatten die Hechinger Aikido die Matten schon ausgelegt. Die Stunde konnte pünktlich beginnen.
Zur Einleitung schilderte Stefan zuerst ein wenig die Geschichte des Vereins. Danach präsentierte er eine Sequenz von Yoga-Übungen. Ungeübte mussten sich dabei ganz schön anstrengen.
Als Aikidothema hatte er einen Überblick über Falltechniken und -formen sowie die passenden Vorbereitungen dazu gewählt und liess diese entsprechend üben.
Das Training schloss Hamza mit einer Atemübung im Seiza ab.

Samstagmorgen

Bernhard brachte am Samstagmorgen zuerst einen kurzen Abriss über die Entwicklung des Aikido vom Daito Ryu Aikijujutsu mit Takeda Sokaku, über Ueshiba Morihei mit Deguchi Onisaburo und der Systematisierung der Techniken durch Ueshiba Kisshomaru und Tohei Koichi. Er erwähnte auch die Entwicklung von Toheis Taigi zu Yoshigasaki Senseis Tsuzukiwaza.
Typische Übungsformen im traditionellen Kobudo und im modernen Budo sind Renzokuwaza und Kaeshiwaza. Dazu liess er einige Beispiele üben.
Nach einer kurzen Pause übernahm Maurizio, der Jo 1 mit Bokken detailliert erklärte. Er berücksichtigte insbesondere die Form in der Prüfung zum 3. Dan, wenn Nage mit dem Bokken die Situation kontrollieren soll.
Am Ende des Trainings legte Hamza erfolgreich die Ki-Prüfung Joden ab.

Seminar in Hechingen 05/2026

Gruppenfoto vom Samstagmorgen



Mittagspause

Für die Mittagspause hatten die Hechinger Aikidoka Pizza bestellt, die sich die Teilnehmer auf dem sonnigen Vorplatz vor der Sporthalle schmecken liessen.

Samstagnachmittag

Am Samstagnachmittag setzte Bernhard das Training mit Basistechniken fort. Dabei betonte er besonders das von Yoshigasaki Sensei formulierte Konzept von "Änderung der Form" und "Änderung des Position". Dieses Konzept ermöglicht es unter anderem, sich von der Fixation auf das Ergebnis von Techniken zu lösen.
Maurizio liess dann im zweiten Teil die Feinheiten von Jo 2 mit Bokken studieren. Gegen 17 Uhr endete das allgemeine Training.

Dan Prüfungen

Zum Abschluss des Samstags traten Waldemar und Stefan zur Prüfung zum 3. Dan an. Sie waren nicht nur Nage sondern auch gegenseitig Uke. Auch Hamza war stark gefordert, da er für beide als Uke fungierte. Beim Sanningake in Tsuzukiwaza 10 und dem anschliessenden Taninzugake (Randori) waren auch Christian und Ludwig als Uke gefragt.
Waldemar und Stefan zeigten die Techniken in effektiver Form und schonten weder sich noch die Uke. Am Ende durften sie den verdienten Beifall der Zuschauer geniessen.

Abendessen

Der Verein für Ki, Aikido und Gesundheit sponserte nicht nur das Mittagessen für die Teilnehmer sondern auch das Abendessen im KAISEKI, einem neuen panasiatischen Restaurant im Zentrum von Hechingen am Obertorplatz. Fast alle Teilnehmer bestellten japanische Speisen. Diese waren sehr schmackhaft und die Arrangements für 2 Personen waren sehr spektakulär.
Waldemar, Stefan, Hamza und Bruna wurden von ihren jeweils besseren Hälften begleitet. Die Atmosphäre war sehr entspannt und ausserordentlich lustig. Vielen Dank an den Verein für die Organisation dieses Abendessens.

Sonntagmorgen

Am Sonntagmorgen vertieften Bernhard im ersten Teil und Maurizio im zweiten Teil einige Techniken aus dem Programm des 3. Dan.
Maurizio betonte wiederholt, dass der Geist sich nicht bewegt ("mind does'nt move"), dass die Bewegung senkrecht zur Richtung der Kraft sein sollte, dass die vier Grundprinzipien von Tohei keine Naturgesetze sind und dass bei Aikidotechniken auf der Matte präzise Regeln gelten.

Rückreise

Das Seminar endete am Sonntag um 13 Uhr. Gemeinsam wurden die Matten weggeräumt und man verabschiedete sich mit dem Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen.
Bernhard überraschte die anderen drei aus dem Süden mit einem Zwischenstopp am Rheinfall bei Schaffhausen. Obwohl es an diesem Sonntag sehr viele Besucher hatte, konnten wir auf der Seite von Schloss Laufen die Wassermassen an mehreren Stellen hautnah erleben. Für die beiden Schweizer und auch für den Italiener war es das erste Mal, dass sie dieses charakteristische Naturschaupiel der Schweiz erleben konnten.
Wegen des dichten Verkehrs dauerte die Rückreise etwas länger. Aber alle konnten zufrieden auf ein schönes Wochenende mit Aikido und touristischen Sehenswürdigkeiten zurückblicken.



Burg Hohenzollern

Die Burg Hohenzollern bei Hechingen ist der Stammsitz des Hauses Hohenzollern. Der Teil des Berges mit der Burg gehört allerdings zur Gemarkung des Ortes Bisingen, dessen Einwohner diese Tatsache stets betonen.

Das ursprünglich schwäbische Adelsgeschlecht der Hohenzollern (mit Hechingen, Sigmaringen und Haigerloch) stellte im 13. und 14. Jahrhundert die Burggrafen von Nürnberg. Sein Aufstieg ging weiter als sie ab 1415 Kurfürsten von Brandenburg (Berlin) wurden. Ab 1525 wurden sie Herzöge und ab 1701 Könige von Preussen (nördlich von Polen und westlich von Litauen).

Preussen gilt als Wiege des deutschen Militarismus. Nach dem Sieg der Preussen im Krieg gegen Frankreich im Jahre 1871 wurden die zahlreichen deutschen Fürstentümer - ohne Österreich - zum Deutschen Reich geeint, wobei Bayern nie so ganz einverstanden war. Von 1871 bis 1918 stellte das Haus Hohenzollern die deutschen Kaiser. Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II., Regierungszeit von 1888 bis 1918, würde gut in die heutige Zeit der Potentaten und Kriegstreiber passen. Preussen wurde nach dem 2. Weltkrieg ein Teil von Polen bzw. von Russland.

Die Vorgängerbauten der Burg Hohenzollern wurden ab 1267 errichtet und befanden sich im Besitz der älteren, schwäbischen Linie des Hauses Hohenzollern. Die heutige neugotische Dreiflügelanlage wurde ab 1850 im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. von Preussen nach Plänen des Architekten Friedrich August Stüler errichtet und 1867 fertiggestellt. Zu den besonderen Attraktionen zählen die Schatzkammer, der Grafensaal und die Christuskapelle.

Mit jährlich rund 350.000 Besuchern zählt die Burg zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Bis vor einigen Jahren zahlte man lediglich Eintritt, wenn man die Innenräume der Burg im Rahmen einer Führung besichtigen wollte. Der Zugang zu den Aussenanlagen wie z.B. dem Restaurant war kostenlos. Von der Burg aus kann man eine wunderbare Aussicht auf Hechingen, die Alb und die schwäbische Landschaft bis zum Schwarzwald geniessen. Inzwischen beträgt der Eintritt für Erwachsene mindestens 26 Euro. Rentner aus Hechingen und Bisingen zahlen nur 6 Euro.

Rheinfall bei Schaffhausen

Der Rheinfall bei Schaffhausen ist mit einer Höhe von 23 Metern und einer Breite von 150 Metern einer der mächtigsten Wasserfälle Europas.
Die Befahrung des Rheinfalls galt lange Zeit als unmöglich. Dennoch wurde der Rheinfall mehrmals mit Kajaks befahren. 1999 wurde die Bootsfahrt zwischen Flurlinger Brücke und Rheinfall offiziell verboten. Den Paddlern drohen bis zu 5000 Franken Strafe.
Der Mittelfelsen des Rheinfalls, auf dem die Schweizer Flagge gehisst ist, kann durch einen Bootsverkehr mit kleinen Booten erreicht werden.