Seminar in Turin

03.05.2026

Seminar in Turin Centro Robilant 05/2026

Das Sportzentrum Robilant in Turin



Seminar im Dojo Robilant

Für Sonntag, den 3. Mai 2026, hatte Pino zu einem Seminar mit Maurizio und Bernhard in Turin eingeladen. Daher starteten Alessandro und Bernhard früh am Morgen in Balerna (CH) und gesellten sich nach ca. einer Stunde Fahrt über die italienische Autobahn in Novara zu Maurizio, Claudio und Vincenzo, um die restlichen ca. 100 km in einem einzigen PKW zu absolvieren. Bei der etwas verzwickten Zufahrt zum Dojo durch die Innenstadt zeigten sich allerdings auch architektonische Schönheiten der "Capitale" (ehemalige Hauptstadt des Königreichs Sardinien).
Das Dojo von Pino befindet sich im kommunalen Centro sportivo Robilant an der kreisrunden, grünen Piazza Carlo di Robilant. Der Gebäudekomplex ist nicht der Allerneueste, aber innen gut ausgebaut und gepflegt. Es gibt viele Räume für unterschiedliche Sportarten wie Tanz, Yoga, Karate etc. und verschiedene Tennis- und Fussballfelder auf dem grossen Areal hinter dem Hauptgebäude. Das Aikidodojo befindet sich im Untergeschoss und ist über verwinkelte Korridore erreichbar. Nach der Tragödie von Crans Montana (CH) am 1. Januar dieses Jahres achtet das geschulte Auge auf Notausgänge und Sicherheitsstandards. Diese sind in diesem Sportzentrum offensichtlich gut umgesetzt.
Maurizio begann am Morgen mit interessanten Ki-Übungen und Erklärungen zur Tegatana. Danach liess er die ersten drei Techniken von Tsuzukiwaza 11 katatedori irimi üben. Nach einer kurzen Pause setzte Bernhard das Training mit Tsuzukiwaza 3 katadori ryotemochi fort, wobei er zur Illustration und zum breiteren Verständnis auch einige ähnliche Techniken mit anderen Angriffen einstreute.
Das vorbestellte Mittagessen, bestehend aus zwei Gängen mit Dessert und Kaffee, konnten wir in einem separaten Nebenraum des Restaurants im Sportzentrum einnehmen.
Am Nachmittag setzte Bernhard den Unterricht mit Tsuzukiwaza 13 katatedori ryotemochi fort. Maurizio erklärte dann im vierten Teil die Konzepte und Feinheiten von Jo 1 mit Bokken.
Die Atmosphäre auf der Matte war sehr gut, alle übten eifrig und freuten sich, auch wieder einmal Aikidofreunde zu treffen, die man nicht alle Tage sieht. Vielen Dank an Pino und alle seine Helfer für die perfekte Organisation und an alle Teilnehmer für ihre konstruktive Mitarbeit.
Die Gruppe aus Balerna und Novara trat dann kurz vor 19 Uhr die Heimreise Richtung Osten an.
Der nächste Lehrgang mit Bernhard und Maurizio findet schon am kommenden Wochenende in Hechingen am Fuss der Burg Hohenzollern statt.

Seminar in Turin 05/2026

Gruppenfoto vom Vormittag





Carlo di Robilant

Der Namensgeber des kommunalen Sportzentrums Carlo Felice Nicolis Graf von Robilant, (1826-1888), war ein italienischer Diplomat, Militär und Politiker. Die Turiner haben ihm ein grosses Denkmal auf der Piazza Cavour gesetzt.
Der berühmte Sohn der Stadt wurde 1826 geboren als Sohn von Graf Maurizio di Robilant und Maria Antonietta, geborene Truchsess von Waldburg, Tochter des Preussischen Botschafters in Turin.
Sein Grossonkel Prinz Friedrich von Hohenzollern-Hechingen wollte ihn mit 13 Jahren zur Ausbildung auf eine österreichische Militärakademie schicken. Carlo selbst war davon nicht angetan und schrieb, mit seinem Blut signierend: «je ne servirai jamais que mon Roi et ma patrie» (ich werde niemand anderem dienen als meinem König und meinem Vaterland).
Robilant besuchte die Militärakademie in Turin und wurde 1846 Leutnant der Artillerie. In der Schlacht von Novara zur Befreiung Italiens von den Habsburgern im März 1849 wurde sein Pferd unter ihm niedergeschossen und er selbst erlitt einen Durchschuss der linken Hand.
1867 wurde er zum Präfekten von Ravenna ernannt und 1871 Gesandter Italiens am Hof in Wien. Seit 1876 war er dort der Botschafter. 1883 erfolgte seine Ernennung zum italienischen Senator.
Durch seine Mutter war er mit dem preussischen Adel verwandt, durch seine Gemahlin mit dem österreichischen Adel. Er gestaltete ein freundschaftliches Verhältnis Italiens zu Deutschland und zu Österreich. 1885 wurde er Aussenminister, trat jedoch 1887 wegen einer Niederlage der italienischen Kolonialtruppen in Eritrea von diesem Posten zurück. Im Juni 1888 wurde er zum Botschafter in London ernannt und starb dort im Oktober des gleichen Jahres.